Google’s CEO als fieser Eisverkäufer

Eric Schmidt, der CEO (Chief Executive Officer = geschäftsführendes Vorstandsmitglied) von Google, hat in einem Interview des Wall Street Journal ziemlich abwegige Dinge behauptet, weshalb er jetzt in einem lustigen Video den fiesen Eisverkäufer spielen darf.

Man sollte sich das Video schnell ansehen, denn YouTube gehört schließlich Google und dann muß man sich fragen, wie lange das Video wohl noch online sein wird:

Eric Schmidt im Interview

Im Interview mit dem Wall Street Journal erklärt Schmidt wie er sich die Zukunft der Suchmaschinen und den Umgang mit den Besuchern (uns Suchenden) so vorstellt:

„We’re trying to figure out what the future of search is,“ Mr. Schmidt acknowledges. „I mean that in a positive way. We’re still happy to be in search, believe me. But one idea is that more and more searches are done on your behalf without you needing to type.“

„I actually think most people don’t want Google to answer their questions,“ he elaborates. „They want Google to tell them what they should be doing next.“

Das bedeutet: Google wird dann wissen was wir als nächstes tun wollen und das automatisch für uns in die Wege leiten? Kann diese Modell funktionieren?

Schmidt führt das sogleich an einem kleinen Beispiel aus:

Let’s say you’re walking down the street. Because of the info Google has collected about you, „we know roughly who you are, roughly what you care about, roughly who your friends are.“ Google also knows, to within a foot, where you are. Mr. Schmidt leaves it to a listener to imagine the possibilities: If you need milk and there’s a place nearby to get milk, Google will remind you to get milk. It will tell you a store ahead has a collection of horse-racing posters, that a 19th-century murder you’ve been reading about took place on the next block.

Wenn du also die Straße runterläufst. Aufgrund der Informationen, die Google über dich gesammelt hat, „wissen wir ziemlich gut wer du bist, ziemlich gut was du suchst und wer deine Freunde sind.“ Google weiß auch, bis auf eine Fußlänge genau, wo du bist. Herr Schmidt überläßt es den Zuhörern sich ihre Möglichkeiten vorzustellen: Wenn du Milch brauchst und da ist ein Platz in der Nähe um Milch zu kaufen, Google wird dich daran erinnern Milch mitzunehmen. Es wird dir erzählen, daß der Laden weiter vorne die Sammlung von Rennpferde-Postern hat etc.

Ungern möchten wir hier mehr vom Interview wiedergeben, aber auf die nächsten 3 Absätze können wir leider nicht verzichten:

„The only way the problem [of insufficient revenue for news gathering] is going to be solved is by increasing monetization, and the only way I know of to increase monetization is through targeted ads. That’s our business.“

TARGETED ADS

Also: zielgerichtete Werbung. Wobei es leichter wird die Werbung auf die Suchenden auszurichten, je mehr man über sie weiß, nicht?

Hören wir doch weiter rein ins Interview, dann wird es vielleicht klarer, womit Google Geld verdienen will:

… Some might be skeptical that a user with, say, a thousand photos on Picasa would find it so easy to walk away. Or a guy with 10 years of emails on Gmail. Or a small business owner who has come to rely on Google Docs as an alternative to Microsoft Office. Isn’t stickiness—even slightly extortionate stickiness—what these Google services aim for?

Mr. Schmidt is surely right, though, that the questions go far beyond Google. „I don’t believe society understands what happens when everything is available, knowable and recorded by everyone all the time,“ he says. He predicts, apparently seriously, that every young person one day will be entitled automatically to change his or her name on reaching adulthood in order to disown youthful hijinks stored on their friends‘ social media sites….

Die Süddeutsche hat das – mit nicht zu überhörendem ironischen Unterton – toll zusammengefasst:

Praktisch? Schon. Der Mensch wird aber noch transparenter. Für dadurch entstehende Probleme schlägt Schmidt auch seine ganz eigene Lösung vor. Eines Tages würden alle mit der Volljährigkeit das Recht erhalten, den Namen zu ändern, erzählte der Google-Chef dem Wall Street Journal.

Man häutet sich also, um peinliche Jugendsünden im Netz nicht hinter sich herzuschleppen. Die freizügigen Partybilder, die obszönen Kommentare, sie sind noch im Netz, können dann aber nicht mehr zugeordnet werden.

Willkommen, Mensch 2.0: Der Mensch löscht sich selbst – und nicht die Maschine die Daten.

Eric Schmidt CEO Google Video Eisverkäufer

Eric Schmidt abgehoben?

Gewiß hat Eric Schmidt ganz andere Einsichten in das Web und kommt dadurch zu anderen Ergebnissen.

Allerdings geben Millionen Deutsche Ihre Daten bereitwillig her für irgendwelche Bonus-Programme – ja sogar ihr ganzes Einkaufsverhalten mittels PayBack-Karten oder ihre Adressdaten und private Auskünfte auf Gewinnspiel-Teilnahme-Kärtchen am Bahnhof preis bzw. wo bleibt denn der laute Protest wie z.B. gegen ELENA wenn uns der eigene Staat ausspioniert?

Google nimmt den Medien wie z.B. Zeitungen Millionen-Beträge im Jahr für Werbeanzeigen „weg“ – klar dass die gerne gegen den Konzern schießen. Aber wir Menschen selbst, geben unsere Daten vielleicht oft auch viel zu einfach und unüberlegt preis.

Ein Gedanke zu „Google’s CEO als fieser Eisverkäufer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.