Wem gehört EURONEWS?

EURONEWS ist ein Joint Venture, von inzwischen 22 Rundfunkanstalten aus Europa und dem Mittelmeerraum.

Gegründet wurde der Nachrichtensender von 11 Sendern, laufend kamen weitere hinzu. Nur die BBC von England ist nicht Mitglied aus Angst, ihren eigenen Informationskanal (WSTV) zu gefährden. Mit den deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten (ARD und ZDF) wird bereits seit Jahren verhandelt.

Am Start war es ein Low-Budget-TV: das Jahresbudget lag bei etwa 100 Mio. DM. Für das Aufbaujahr 1992 standen nur rund 32 Mio. DM zur Verfügung und im 2. Sendejahr 1994 standen 112 Mio. DM zur Verfügung. EURONEWS prognostizierte damals einen äußerst niedrigen Programmstundenpreis von 380 US$. Vorgesehen war eigentlich, daß die beteiligten Rundfunkanstalten 50% des Jahresbudgets tragen und je 25% sollten durch EG/EU-Zuschüsse plus Werbung und Sponsoring reinkommen.

SECEMIE und SOCEMIE

Die einzelnen Sender erwerben Anteile an der gemeinsamen Holding SECEMIE. Die SECEMIE ist die Inhaberin der Sendelizenz und Eignerin der Handelsmarke EURONEWS.

Die SOCEMIE (Société Nationale de Radiodiffusion et Télévision) ist die Inhaberin der EURONEWS-Nutzungsrechte und eine 100%ige Tochtergesellschaft der SECEMIE.

Beteiligungen

Nicht von allen Beitritten konnte das genaue Datum festgestellt werden.

Bei der Gründung waren folgende 11 Sender beteiligt: ERTU (Ägypten), RTBF (Belgien), YLE (Finnland), France 2 und France 3 (Frankreich), ERT (Griechenland), RAI (Italien), TMC (Monaco), RTP (Portugal), TVE (Spanien), CyBC (Zypern).

1993 kamen 3 Mitglieder dazu: ETNV (Algerien) am 01.07.1993,  SRG-SSR (Schweiz) und ERTT (Tunesien) am 09.04.1997.

Danach 3 weitere Teilhaber: BNT (Bulgarien), RTVSL (Slowenien) und CT (Tschechische Republik) sowie PBS (Malta).

Bei der Aktionärshauptversammlung am 18.01.2006 in Lyon stieg die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt der Ukraine (NTU) durch den Erwerb von 1% des Kapitals der Holding Secemie als 20. Aktionär von Euronews ein.

Im September 2008 trat Marokkos TV-Sender (SNRT) mit 0,33% in die SECEMIE ein.

Aktuell beteiligte Sender:

  • ERTV (Ägypten)
  • ENTV (Algerien)
  • RTBF (Belgien)
  • YLE (Finnland)
  • France Televisions (Frankreich)
  • ERT (Griechenland)
  • RAI (Italien)
  • RTE (Irland)
  • PBS (Malta)
  • TMC Monte Carlo (Monaco)
  • RTP (Portugal)
  • RTR (Russland)
  • TVR (Rumänien)
  • TV4 (Schweden)
  • SRG-SSR (Schweiz)
  • RTV SLO (Slowenien)
  • RTVE (Spanien)
  • CT (Tschechische Republik)
  • ERTT (Tunesien)
  • TRT (Türkei)
  • NTU (Ukraine)
  • CYBC (Zypern)

Deutschland: Beiteiligung von ARD und ZDF

Der Einstieg von ARD und ZDF ist angestrebt, allerdings steht dem der Rundfunkstaatsvertrag entgegen. Gemäß diesem Vertrag müßten die Ministerpräsidenten aller deutschen Bundesländer, in deren Kompetenz sämtliche Kultur- und Rundfunkfragen fallen, auf der Grundlage einer Vereinbarung der Teilnahme von ARD und ZDF an EURONEWS zustimmen. Am 31.08.1991 wurde zwar in einer Protokollerklärung zum Staatsvertrag über den Rundfunk im vereinten Deutschland erklärt:

daß Bewerbungen für EuroNews nach der geltenden Rechtslage zulässig sind. Sie [Die Ministerpräsidenten, O.H.] erwarten für ihre Entscheidung die Vorlage eines Konzepts, das auf der Grundlage der Ausschreibung für EuroNews entwickelt werden soll. Die Ministerpräsidenten werden darüber unter Berücksichtigung u.a. des Pluralitätsgedankens und der Finanzierungsgrundsätze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in angemessener Frist befinden.

Trotzdem kam eine Beteiligung nie zustande, weil sich NRW für das privat-kommerzielle VOX in Köln und Bayern für das DSF in München engagiert hatten. Seitdem die UER/EBU gegen eine Niederlassung der EURONEWS-Zentrale in einer deutschen Stadt votiert hatte, wurde eine ARD/ZDF-Beteiligung an EURONEWS ad acta gelegt. Eine entsprechende Änderung des Rundfunkstaatsvertrags der Regierungschefs der deutschen Bundesländer steht vorerst nicht in Aussicht. Auch aus Konkurrenzangst stehen viele Rundfunkanstalten dem Einstieg skeptisch gegenüber.

EURONEWS Information und Philosophie

Vor allem das Fehlen der Nachrichtensprecher mit der Sendung von Videos unter dem Label „NoCommentTV“ erlaubt dem Zuschauer eine eigene Interpretation der gesendeten Nachrichten ohne kommerzielle oder politische Suggestion. Dies geht auf die Multilingualität zurück mit dem Leitmotiv „tout info tout image“ nach dem fast ausschließlich mit Video-Clips und Bildmaterial gearbeitet wird.

Euronews wird in folgenden Sprachen ausgestrahlt: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Russisch, Portugiesisch, Arabisch, Türkisch und Persisch.

Nach eigenen Angaben ist Euronews in 155 Ländern für 350 Millionen Haushalte zu empfangen.

Die Philosophie von Euronews ist als Stimme Europas aufzutreten und eine europäische Antwort auf CNN zu sein.

Ein Gedanke zu „Wem gehört EURONEWS?

  • 18. April 2016 um 4:38
    Permalink

    Kein Kommentar, aber: gibt es ein Lokal Fernseh-Anstalt in Neumarkt i.d. Pfalz? Ich moechte dort ein Dokumentar-film drehen .
    Gerne die Name und die Email-Addresse und Telefon-Nr.
    Danke im Voraus!

    Hochachtungsvoll,
    Hendrik Kleve,Amsterdam,NL

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