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Warum der Mais stumm ist

monsanto

Endlich zeigt der internationale Widerstand gegen den übermächtigen Konzern langsam seine Wirkung: die CSU-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat den Vertrieb der Mais-Sorte MON810 von Monsanto in Deutschland untersagt.

Warum der Mais inzwischen stumm ist

Vor allem der Schädling “Maiszünsler” sowie der “Maiswurzelbohrer” kann bei den gentechnisch veränderten Pflanzen noch schlimmer wirken: das natürliche “Warnsystem” der Maispflanzen wurde gentechnisch veränderten Mais leider “weggezüchtet”. Denn die Maispflanzen haben/hatten ein einmaliges Warnsystem:

  • die Pflanze bemerkt die Fresschäden der Schädlinge an den Wurzeln und ruft über die Absonderung eines Hilfedufts an den Wurzeln, den Freßfeind der Schädlinge (Fadenwürmer) an
  • die Pflanze warnt die umstehenden Pflanzen vor dem Schädling indem die Blätter ebenfalls einen Duft absondern, den die umstehenden Maispflanzen wahrnehmen und selbst sofort beginnen in den Wurzeln diesen Hilferufduftstoff zu produzieren.

Unter standard.at sind die Studienergebnisse zusammengefaßt:

Die Forscher hatten herausgefunden, dass einige amerikanische Maissorten nicht mehr in der Lage sind, die schützende Substanz selbst zu produzieren. Die Fähigkeit sei vermutlich im Laufe der traditionellen züchterischen Auslese verloren gegangen. Folgen seien enorme Ernteausfälle durch den Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera), einen nur fünf Millimeter großen Blattkäfer, der in Nordamerika beträchtliche Schäden angerichtet hat und inzwischen auch nach Europa eingeschleppt wurde.

Nun konnte das beim Mais für den duftenden “Hilferuf” verantwortliche Molekül identifiziert werden. Die flüchtige Substanz werde dabei nicht nur beim Angriff auf das Blattwerk, sondern auch im Wurzelbereich produziert. Der Duftstoff locke Nematoden an, winzige parasitische Würmer, welche die schädlichen Larven des Maiswurzelbohrers vernichteten. Biotechnologie und biologische Schädlingsbekämpfung seien erstmals “auf elegante Weise” vereint worden, wird Ivan Hiltpold als einer der führenden Autoren der Studie zitiert, die in der wissenschaftlichen Zeitschrift PNAS veröffentlicht wird.

Der Monsanto-Konzern

Die Größe des Konzerns läßt sich vielleicht besser mit folgender Zahl veranschaulichen: Monsanto investiert 2 Millionen Dollar in die Forschung – täglich!

Die Umsatzeinbußen in Deutschland durch das Verbot von MON810 sind für den Giga-Konzern vielleicht kleine Schlappe, aber mit weitreichender Wirkung. Der Monsanto-Konzern kann nicht länger im Dunkeln mit seinen nebulösen und teilweise mafiös anmutenden Machenschaften arbeiten. Zumindest nicht in Deutschland.

Bereits durch seine Patent-Strategie auf “normales” Gemüse und Tier-Gene ist der Konzern in Deutschland sehr negativ aufgefallen. Dabei ist vor allem der erhöhte Pestizid-Einsatz bei Monsanto-Saatgut im Visier der Naturschützer.

Den Kampf Schädlinge vs. Pflanzen sollte man wohl besser der Natur überlassen, statt mit unabsehbaren Langzeitfolgen ständig neue Gifte einzusetzen, denn die Natur hat wesentlich längere Erfahrung mit dem Problem als jeder noch so große Konzern.

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