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UPW sägt Ferdinand Ernst ab

Die UPW sägt Ferdinand Ernst von der CSU als zweiten Bürgermeister ab.

Ferdinand Ernst tritt von seinen Ämtern zurück

Ferdinand Ernst hat angekündigt, dass er künftig weder für das Amt als Bürgermeister noch für das als Fraktionsvorsitzender zur Verfügung steht. Als Grund gibt er “den aktuellen gegenseitigen Umgang zwischen UPW und CSU” an. Dies entspreche nicht mehr seiner Wertvorstellung “von guter politischer Kultur”.

“Wunschliste” der UPW

Am Montag Abend fand ein Gespräch zwischen UPW und CSU statt. Hierbei hat die UPW unter Federführung von Dr. Werner Mümmler sich gegen Ferdinand Ernst und für Herbert Fischer als Bürgermeister eingesetzt. Mümmler selbst sagte dazu dem Tagblatt, er habe “klare Worte gefunden” und Ferdinand Ernst deutlich, aber fair mitgeteilt, dass die UPW ihn als Nachfolger für den Bürgermeisterposten nicht unterstützt. “Ich bin dafür bekannt, dass ich klar meine Meinung sage und nicht hintenrum ingendwas erzähle. Wenn sich da jemand persönlich auf den Schlips getreten fühlt, weil ich ihm nicht den Bauch pinsle, kann ich da nichts dafür” sagte Mümmler gestern dem Tagblatt.

Die UPW kann sich dagegen wohl die Zusammenarbeit mit Herbert Fischer (CSU) vorstellen. Mümmler über Fischer: “Das ist ein sehr guter Mann. Er wäre aus der CSU der Beste als Bürgermeister-Kandidat”. Für Fischer spreche, dass “er gute Kontakte nach München habe, die er zum Wohl der Stadt einbringen könne. Außerdem wäre es eine Würdigung seiner Arbeit in München, wenn er in Neumarkt zum Bürgermeister ernannt würde”. Denn Herbert Fischer kandidiert im September nicht mehr für den Landtag. Mümmler weiter: “Die Leute erwarten einen Mann mit Erfahrung und Rückgrat, keinen Newcomer”.

UPW will Ferdinand Ernst “absägen”

Gerade die UPW sollte wohl den Mund in Bezug auf “Newcomer” nicht so voll nehmen. Schließlich war es genau dieser Newcomer-Bonus, der Oberbürgermeister Thomas Thumann bei der letzten Wahl gegen den CSU-Kandidaten Arnold Graf auf den “Thron” geholfen hat. Ferdinand Ernst hat sich in den letzten Jahren gut für die Stadt eingebracht und hat Rückgrat bewiesen.

Wieviel Erfahrung haben denn die neu gewählten Stadträte der UPW? Auch Katrin Sigl, stellvertretende Chef-Redakteuerin vom Neumarkter Tagblatt schreibt dazu:

“In den Raum werfen darf man wohl auch die Frage, ob sich die UPW nicht lieber dergestalt absichern will, dass die CSU keinen Kandidaten für die nächste OB-Wahl aufbauen kann. [...] Ein jetzt schon über 60-jähriger Ex-MdL Herbert Fischer ist dafür sicher nicht geeignet - man bedenke allein das Wahlergebnis von Arnold Graf im Jahr 2005.”

Kommentar

Das Ferdinand Ernst geht, ist nicht nur traurig, es ist ein Signal. Wenn die CSU es nicht versteht und tatsächlich Herbert Fischer ohne Kampfansage an die UPW in den Bürgermeister-Sessel setzt, werden noch mehr Jüngere die Partei verlassen. Sicher, man darf nicht vergessen, dass auch Alois Karl nun wieder im Stadtrat sitzt. Karl und Fischer können bekanntermassen gut miteinander. Aber wollte nicht gerade die UPW es anders machen als die CSU unter der Leitung des “Despoten” Alois Karl?

Mit Thumann und Mümmler hat die UPW jetzt zwei Rechtsanwälte im Stadtrat. Man darf also gespannt sein, ob zukünftig die “Rangkämpfe” im Stadtrat dann noch Einzug in die Neumarkter Gerichte finden. Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein.

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