Seyfried Schweppermann

Bei dem Namen Seyfried Schweppermann denkt jeder sogleich an den Reim:

Jedermann ein Ei, dem braven Schweppermann aber zwei!

seyfried schweppermann

Seyfried Schweppermann (ca. 1257 – 1337)

So soll Ludwig IV. von Wittelsbach, König und späterer Kaiser Ludwig der Bayer, nach der Schlacht bei Mühldorf 1322, bei der er seinen gleichfalls zum König gewählten Vetter Friedrich den Schönen von Österreich bezwang, zu seinem treuen Kämpen gesagt haben. Der Königsspruch ist, wie manche andere „historische“ Sprüche, nicht dokumentarisch überliefert, aber er bezeugt die Volkstümlichkeit unseres Helden.

Seyfried Schweppermann „Lebenslauf“

Seyfried Schweppermann wurde um 1257 als jüngster von fünf Brüdern in Hüllode bei Lauterhofen beboren. Sein Vater war der Ritter Ulrich von Hüllohe; denn die Familie Schweppermann war eine rings um Neumarkt begüterte Familie. Seyfried, der sich von Jugend auf dem Kriegsdienst verschrieb, lebte zunächst auf Burg Dürrstein (Thierstein, Dietrichstein). Er heiratete 1280 Katharina von Rindsmaul und übersiedelte nach Ottensoos bei Lauf. Sicher überliefert ist, daß er 1310 Ehrenbürger der Stadt Neumarkt wurde und dort Besitzer eines Anwesens in der Nähe der Stadtpfarrkirche war. In Woffenbach war Seyfried 1294 Schloßbesitzer, sein Sohn Heinrich besaß noch 1329 das Schloß, das später Kaspar Schweppermann innehatte, der 1419 zur dortigen Kapelle ein Benefizium stiftete. Seyfried Schweppermann nahm erstmals als Kämpe Ludwigs, der sich gegen die Einmischung der Habsburger in das selbständige Herzogtum Niederbayern wandte, in der Schlacht bei Gammelsdorf 1313 teil. 1314 wurde der habsburger Friedrich der Schäne zum König gewählt, gleich darauf, ebenfalls zum König, der durch den Sieg bei Gammelsdorf berühmt gewordene Pfalzgraf und Herzog Ludwig. Infolge seiner Verdienste wurde Seyfried Schweppermann mit der Burg Grünsberg bei Altdorf belehnt. Später kam er auch noch in den Besitz der Burgen Kunstein/Schwaben, Deinschwang/Lauterhofen, wo er 1337 starb. Schweppermannsburg/Pfaffenhofen bei Kastl/OPf., wo er selbst zwar nicht lebte, aber seine Söhne. 1322 kam er, wie bereits erwähnt, zur endgültigen Auseinandersetzung zwischen Ludwig und Friedrich, und Ludwig wurde nach der Versöhnung mit Friedrich 1328 zum Kaiser gekrönt.

Anläßlich der 1200-Jahrfeier von Lauterhofen wurde 1925 das historische Heimatfestspiel „Seyfried Schweppermann“ von Jakob Haffner aufgeführt. 1954 schrieb der bekannte Heimatdichter Heinz Schauwecker das „Kastler Schweppermannsspiel“, denn 1782 erfolgte eine Umbettung, bei der Seyfried Schweppermann ein neues Grabmal im Empirestil in der Klosterkirche Kastl erhielt.

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