Schüler-Lotto in Berlin
Nachdem die Rot/Rot-Regierung in Berlin vor 2 Jahren die Schulreform umgesetzt hat (die Grünen haben das übrigens mitgetragen) gilt für die Schüler dort nach der Grundschule jetzt das “Prinzip Zufall”.
Prinzip Zufall ersetzt Prinzip Leistung
Die Regierung hat das Prinzip der Wohnortnähe gekippt mit der Auswirkung, daß manche Schüler nun über eine Stunde Schulweg (einfach) haben, obwohl andere Schulen ein paar Gehminuten entfernt sind.
Wie kommt das?
Berlin hat ein in Deutschland einmaliges Schulsystem:
In der Hauptstadt wurden im vergangenen Jahr die Haupt-, Real- und Gesamtschulen abgeschafft. Stattdessen wurde die neue Sekundarschule neben das Gymnasium gestellt.
Auswahlverfahren
Das Auswahlverfahren – auch als Schüler-Lotto bekannt – funktioniert folgendermaßen:
Gibt es mehr Anmeldungen als Plätze suchen sich die Schulen 60% ihrer Neulinge selbst aus – manche Schulen nach Begabungen wie z.B. in Sport oder Musik, den größten Teil aber nach den Grundschulnoten. Dann gehen noch einige Plätze an sog. Härtefälle. Und jetzt kommt das Los ins Spiel: 30% der Plätze werden per Los verteilt!
Und so kann es passieren, daß ein Schüler mit Durchschnitt von 3,9 einen Platz im Gymnasium bekommt – man braucht eben Glück.
Die Anwälte reiben sich schon die Hände, denn die Eltern sind auf den Barrikaden: wer kein Glück an einer seiner Wunschschulen hat, dem kann eine Schule am anderen Ende der Metropole zugewiesen werden. Was das für ca. 10-jährige und Ihre Eltern bedeutet, kann man sich vorstellen. Die Eltern beklagen auch den unglaublichen Notenstress für die Grundschüler.
Die Anwälte in Berlin werden also viel zu tun bekommen und die Verlierer sind mal wieder die Familien und Kinder – danke Politik!

