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Hilfe bei chronischen Schmerzen

Interview zu Hilfe bei chronischen Schmerzen mit dem Leiter der Tagesklinik für Schmerztherapie im Klinikum Neumarkt:

Dr. Rüdiger Schmiedl.

ruediger schmiedl

Wir haben Dr. Rüdiger Schmiedl zu den Ursachen und Behandlungsmethoden bei chronischen Schmerzen interviewt:

Chronische Schmerzen

Schmerzkrankheit (chronische Schmerzen) ist häufig die Folge von psychischen Störungen:

  • Depressivität,
  • Angst und oft eine von
  • Hoffnungslosigkeit geprägte Lebenseinstellung.

Die sozialen Folgen betreffen nicht nur den Arbeitsplatz, sondern immer auch das engere soziale Umfeld. Die Menschen verlieren Ihre Kontakte, besuchen keine Freunde mehr, gehen nicht mehr zum Kegeln, bleiben zuhause.

Bei akuten Schmerzen: Aufnahme über die Ambulanz

„Oft sind die Leute schon von Pontius zu Pilatus gelaufen bevor sie mit akuten Schmerzen zu uns in die Ambulanz kommen“ erklärt Dr. med. Rüdiger Schmiedl.

Er ist der Leiter der Tagesklinik für Schmerztherapie im Klinikum Neumarkt.

Seit 1. Juli 2007 wird hier die so genannte „Multimediale Schmerztherapie“ angeboten, bei der man die Schmerzkrankheit von verschiedenen Seiten angeht.

Das Team der Schmerz-Klinik

Das Team in der Tagesklinik umfasst zwei Ärzte, zwei Psychologen, zwei Physiotherapeuten, eine Ergotherapeutin, zwei Krankenschwestern und zwei Arzthelferinnen und ist eng miteinander verzahnt.

Das macht den Unterschied zur Behandlung in anderen Einrichtungen: „im Team weiß jeder über die Vorfälle Bescheid, denn jeden Tag ist Besprechung über die Teilnehmer der Gruppe mit dem ganzen Team“ erklärt Dr. Schmiedl.

Teilstationäre Behandlung bei chronischen Schmerzen

Die Tagesklinik in Neumarkt ist teilstationär, d.h. die Patienten gehen Abends nach der Behandlung nach Hause und bleiben auch über das Wochenende daheim.

Alle Patienten sind chronisch Schmerzkrank.

Eine Einweisung kann über den Hausarzt oder jeden niedergelassenen Arzt erfolgen.

„Der Löwenanteil der Patienten mit chronischen Schmerzen kommt jedoch direkt über die Schmerzambulanz“ sagt Dr. Schmiedl und meint damit etwa 80% der Patienten, die nach der Aufnahme in die Gruppe an dem 4-wöchigen Kurs „Schmerzbewältigungsprogramm“ teilnehmen.

Aufnahmegespräch Tagesklinik chronische Schmerzen

Eine Aufnahme ist relativ einfach und kann jederzeit erfolgen:

Nach dem ersten Aufnahmegespräch mit medizinischer, psychologischer und physiotherapeutischer Diagnose wird noch eine Sozialanamnese durchgeführt.

Bei dem Aufnahmegespräch werden Fragen geklärt wie „Können Sie noch eine halbe Stunde in einer Warteschlange stehen?“ um die Schmerzkrankheit des Einzelnen zu charakterisieren.

„Biopsychosoziales Entstehungsmodell der chronischen Schmerzen“ wird das genannt. Um in die Gruppe aufgenommen zu werden, müssen bestimmte körperliche und psychische Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Gruppe homogen ist.

Ziele bei der Schmerztherapie

Die Zielsetzung des „Multimodalen Schmerzbewältigungsprogrammes“ ist nicht Schmerzfreiheit, sondern die Stärkung der Eigenkompetenz im Umgang mit der kaum mehr veränderbaren Schmerzproblematik. „Ziel ist die Wiederherstellung der Alltagstauglichkeit“ so Dr. Schmiedl und weiter „denn der Großteil der Patienten, die an dem Schmerzbewältigungsprogramm teilnehmen, ist bereits aufgrund der chronischen Schmerzen arbeitsunfähig“.

Behandlung im Klinikum Neumarkt

Im Moment sind die Räume im Klinikum Neumarkt gerade ausreichend. Nach dem fertigen neuen Anbau sollen jedoch mehr Räume für die Schmerztherapie zur Verfügung stehen und damit könne das Angebot noch besser umgesetzt werden.

Termine

Die Gruppentermine für 2008 stehen bereits fest und eine Anmeldung kann über die Schmerzambulanz im Klinikum Neumarkt vereinbart werden.

Selbsthilfegruppe bei chronischen Schmerzen

Die Selbsthilfegruppe “Auszeit” hat sich aus Teilnehmern dieser Schmerztherapie gegründet und gibt gern Informationen und Hilfe zu diesem Thema weiter.

Ansprechpartner für diese Gruppe ist Sabine Geitner (0170/6161521).

Gerne gibt auch Herr Norbert Römer vom Gesundheitsamt Neumarkt Auskünfte.

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