Probleme mit G8

Bild: Jonas Lanig bei einem Vortrag im Johanneszentrum in Neumarkt
Probleme mit G8
„Wenn ich in eine Klasse zur 6. Unterrichtsstunde reinkomme, die bereits fünf Stunden hinter sich hat, da ist die Luft raus“ meint Jonas Lanig zum momentanen Stand. Schüler sollen ihm gesagt haben, dass sie kaum noch Zeit für sich selber hätten.
Eltern kennen das Problem mit der Zeit
Das Problem ist den Eltern hinlänglich bekannt: Hausaufgaben noch nach dem Nachmittagsunterricht, Prüfungsvorbereitung bis in die Nacht, Lernstoff vertiefen. Es bleibt kaum noch Zeit für Hobby, Verein und Freunde. „Das Zeitproblem ist die Hauptlast des 8-stufigen Gymnasiums“ meint Jonas Lanig in seinem Vortrag im Johanneszentrum am Donnerstag. „Es wurde völlig unterschätzt, wie stark die Eltern in die Schule mit eingebunden werden“ sagt er weiter und „bereits ein Drittel aller Gymnasiasten haben bereits Bekanntschaft mit Nachhilfe gemacht“. Die müssen natürlich die Eltern bezahlen. Und nun ist auch noch im Gespräch, die Intensivierungsstunden zur Vertiefung des Gelernten wieder zu streichen.
Stoff wurde nicht gekürzt – “er ist nur wo anders”
Lanig erinnert an ein Versprechen von Stoiber: „60% der Lehrplaninhalte werden nur noch verbindlich vorgeschrieben“ und meint dazu, dass tatsächlich nur die Textmenge gekürzt wurde. Es sei keine Lehrplanrevision erfolgt. Der Stoff sei nicht weg, er sei nur woanders. In der Schule würden viele Fragen nicht mehr beantwortet und der Stoff müsse zuhause nachgearbeitet werden.
Nach den geplanten Änderungen soll auch die Oberstufe weiterhin im Klassenverband geführt werden. Lanig sieht das als versteckte Kürzung, denn dann wird der Unterricht gestreckt: der Schüler kann sich seine Kurse nicht mehr so weitgehend aussuchen, Lehrkräfte werden eingespart. Die Wahlfreiheit wird eingeschränkt. Geplant sei auch, die Unterscheidung zwischen Haupt- und Nebenfächern wieder einzuführen: Biologie, Sozialkunde etwa werden wieder „abgewertet“. Das Gymnasium sei dann eine „Ganztagsschule wider Willen“.
Vorschläge zur Verbesserung des G8
Seine Vorschläge zur Verbesserung sind einfach und verständlich: mehr Zeit im Plan für so genannte „Arbeitsstunden“. Zeit in der die Schüler selbst für sich arbeiten können, Projekte machen, praktisches lernen. Ab 7.30 die Klassenzimmer aufschließen, damit die Schüler eine „Welcomephase“ haben und sich auf den Unterricht einstellen sowie mal mit anderen Schülern austauschen können. Denn dafür bleibt wohl im straffen Unterricht kaum Zeit. Eine Alternative zum Durchfallen wünscht er sich, denn: “auch Pisa sagt, dass Durchfallen nicht zu mehr Motivation oder Leistung führt“.

