PREMIERE Geschäftsbericht

Dr. Georg Kofler übergab Ende August 2007 symbolisch den Premiere-Schlüssel und tatsächlich die Führung an seinen Nachfolger Michael Börnicke. Er stieß bereits 1998 als kaufmännischer Leiter zum Bezahlsender Premiere.
Seit September 2007 ist er Vorstandsvorsitzender bei Premiere und sein Vertrag läuft noch bis Ende Oktober 2009.
Seine Statements zum Beginn waren:
“Ich führe durchaus anders als mein Vorgänger.”
“Allein mit blumigen Reden kommt bei mir keiner durch, sondern nur mit dem Liefern von Ergebnissen. PS auf die Straße bringen, Erfolge einfahren. Daran muss sich vielleicht noch mancher gewöhnen. Ich brauche keine bunten Bilder – ich brauche Fakten, ich will Ergebnisse sehen. Da bin ich der reine Zahlenmensch.”
Entwicklung Premiere
Premiere Börsen-Chart am 30. August 2008 für 1 Jahr

Premiere Börsen-Kurs am 30. August 2008

Quelle: Stuttgarter Börse
Premiere in Zahlen
Wie man dem 1-Jahres-Chart der Stuttgarter Börse gut entnehmen kann, konnte Premiere seinen Kurs unter Michael Börnicke nicht verbessern, sondern ist im Gegenteil dazu auf unter 13 Euro pro Aktie gefallen.
Das Jahreshoch von knapp über 17 Euro liegt momentan in eher unerreichbarer Ferne.
Premiere Geschäftsbericht 2007

Auf den Geschäftsbericht von Premiere klicken, um ihn grösser darzustellen.
Quelle: Info.Premiere.de
Premiere-Aktie zum Spekulieren geeignet?
Dennoch könnte die Spanne zwischen dem Jahrestief von 9,55 Euro und dem Hoch von 17,05 Euro Spekulanten aufhorchen lassen. Bei einem günstigen Einstiegskurs, wären damit kurzfristige Gewinne wohl machbar.
Allein – die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres schlagen einem eher wie ein nasses Tuch ins Gesicht:
Der Umsatz sank um 6,7% auf 984,5 Millionen Euro und Premiere schloss 2007 mit einem Verlust von 51,6 Millionen Euro.
Premiere weist aktuell im 2. Quartal 2008 bereits einen Verlust von 32,6 Millionen Euro aus.
Premiere, ARENA und die Bundesliga-Rechte
2005 wurden PREMIERE die Bundesliga-Rechte für 3 Jahre mit 220 Millionen Euro pro Jahr durch ARENA (dahinter steht die Kabelfirma Unity Media) “weggeschnappt”.
Immerhin konnte ARENA auch nicht durchhalten und so wurden im Sommer 2007 die Übertragungs-Rechte durch eine Sub-Lizenz auf Premiere übertragen.
Das Kartellamt erlaubte die befristete Zusammenarbeit nun bis 30. Juni 2009.
Premiere hat dadurch etwa 662.000 Arena-Abonnements übernommen und kommt damit heute auf 3,62 Millionen direkte Kunden.
Premiere – ein Blick in die Zukunft
Etwas verdutzt war ich schon, als ich gelesen habe, dass Michael Börnicke sein eigenes Aktien-Paket von Premiere mit 350.000 Stück am 14. Februar letzten Jahres für rund 5 Millionen Euro verkauft hat.
Inzwischen soll er wieder welche gekauft haben: für 185.000 Euro.
Kann man daraus nun einen Schluss ziehen, wie er selbst die Zukunft für Premiere sieht?
Premiere Code knacken
Das Knacken des Premiere-Codes hat Michael Börnicke als Wurzel allen Premiere-Übels ausgemacht:
Ein neues Verschlüsselungssystem soll eine Sicherheitslücke schließen und so bis zu 200.000 Schwarzseher in zahlende Kundschaft umwandeln.
Jedoch machen die Hacker und die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender Börnicke da wohl einen Strich durch die Rechnung. Die Hacker sind schneller als die eigenen Entwickler und wer Fussball in Echtzeit sehen will, kann inzwischen nicht zuletzt übers Internet zugreifen.
Mehr Fussball
Premiere hat sich die Übertragungsrechte für alle 63 DFB-Spiele gesichert und überträgt live ab der ersten Hauptrunde bis zum Finale im Olympiastadion in Berlin. Genauso wird die Champions-League von Premiere live übertragen. Der Vertrag mit dem DFB soll eine Laufzeit bis einschließlich der Saison 2011/2012 haben.
Murdoch bei Premiere
Börnicke hätte wohl den Einstieg vom französischen Canal Plus statt dem des Murdoch-Clans vorgezogen, doch Murdoch stürzte sich auf Premiere wie “ein Torwart auf den Ball”:
Im Januar kaufte er 14,6% der Aktien von Premiere für 287 Millionen Euro.
Damit kontrolliert Mudoch jetzt eine “Nord-Süd-Schneise” von England (dort kontrolliert er den Bezahlkanal BSkyB) über Deutschland nach Italien (dort gehört ihm Sky Italia).
Nachtrag:
Premiere wird Sky Deutschland

Zum 4. Juli 2009 hat Premiere seinen Namen in Sky geändert und gleichzeitig für neue Abonnementen die Preise für die Live-Fußball-Übertragungen von 19,99 Euro auf 32,90 Euro im Monat angehoben – wenn man alle 612 Spiele der Bundesliga sowie der 2. Liga live sehen will.

