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Monsanto Konzern darf Verkauf von Sojamehl in Europa nicht verbieten

Der heftig umstrittene US-Agrarkonzern Monsanto darf nach einem aktuellen Urteil des Europäischen Gerichtshofs den Verkauf von Sojamehl aus Argentinien mit Restrückständen einer vom Konzern patentierten DNA-Sequenz in Europa nicht verbieten.

monsanto konzern

Die Begründung des Gerichts ist, dass Monsanto im Anbaugebiet der sogenannten RR-Sojapflanze in Argentinien keinen Patentschutz hat. Da nur das Mehl nach Europa exportiert wird handelt es sich dabei um totes Material und die DNA-Sequenz erfülle damit nicht mehr ihre ursprüngliche patentierte Funktion. Damit gilt auch nicht mehr der Schutz des europäischen Patents, das Monsanto bereits seit 1996 hat.

Einen Tag vorher hatte Monsanto außergerichtlich eine Einingung mit dem niederländischen Importeur Cefetra und der Handelsgesellschaft Alfred C. Toepfer International vereinbart. Wie diese aussieht ist im Moment nicht bekannt, aber bei dem Streit geht es um viel: Argentinien ist der weltweit größte Exporteur von Sojamehl und Europa der größte Käufer. Das Handelsvolumen beträgt pro Jahr mehr als 3 Milliarden Euro.

Patent auf Pflanzen-DNA

Umstritten sind die vielfältigen weltweiten Patente von Monsanto auf Pflanzen-DNA und Tier-DNA.

Bei den hier umkämpften DNA-Strängen handelt es sich um Sequenzen, die die Sojapflanzen gegen das selbst von Monsanto hergestellte Pestizid Round Up resistent macht. Die Landwirte sollen so Unkraut bekämpfen ohne dass die Sojapflanzen angegriffen werden.

Round Up ungefährlich?

Round Up wird auch für Hobby-Gärtner vom Konzern “empfohlen”, darf seit 2007 in der Werbung aber nicht mehr als sicher, ungiftig, harmlos, risikofrei, biologisch abbaubar, umweltfreundlich usw bezeichnet werden. Der Hauptwirkstoff Glyphosat ist lt. Versuchen nicht direkt giftig, hat jedoch zellschädigende Wirkung. Vor allem in Verbindung mit den notwendigen Netzstoffen (dient zur Haftung des Mittels auf den Pflanzen) zugemischten ethoxylierten Talgamine sollen die geringe giftige Wirkung verstärken.

Das Deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat deshalb empfohlen, diesen Netzstoff bis Ende 2010 auszutauschen, wogegen Monsanto jedoch rechtlich Widerspruch eingelegt hat. Bei einer Studie 2005 wurden Kaulquappen in einem Tank alle vier Tage mit dem Mittel besprüht, was nach drei Wochen zum Tod aller Tiere führte.

Patente auf Pflanzen- und Tier-DNA

Die Bauern laufen bereits seit längerer Zeit Sturm gegen die Patente auf Pflanzen- und Tier-DNA. Leider gibt es beim Europäischen Patentamt keine höhere richterliche Instanz, das letzte Wort hat immer das Patentamt selbst:

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