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Kinder-Missbrauch – Pfarrer verurteilt

Gestern war die Verhandlung über den katholischen Priester aus Riekofen, der drei Jahre lang einen Messdiener missbraucht hat.

3 Jahre Freiheitsstrafe für 3 Jahre Missbrauch

3 Jahre Freiheitsstrafe, 800 Euro Schmerzensgeld und sofortige, zeitlich unbegrenzte Einweisung in eine psychiatrische Anstalt wegen mindestens 22 Fällen des sexuellen Missbrauchs an einem anfangs 11 jährigen Jungen.

So lautet das Urteil des Landgerichts Regensburg.

Wieder einmal hat die durch einen Sachverständigen ermittelte “verminderte Schuldfähigkeit” zu Strafmilderung geführt.

Täter hat Geständnis von seinem Anwalt verlesen lassen

“Ich möchte mich, soweit möglich, entschuldigen, besonders beim Nebenkläger und bei seinen Eltern” war der Satz, mit dem der Ex-Pfarrer seine Tat gesteht. Sonst hat er in der Verhandlung geschwiegen und ein Kruzifix an der gegenüberliegenden Wand fixiert.

Wie konnte es so weit kommen?

Im Abschlussbericht des Therapeuten von 2003 wertet der Psychiater den Fall als “regressives Verhalten, verneint eine pädophile Fixierung und sieht keine Wiederholungsgefahr”. Der Gutachter Bernd Ottermann (Ärztlicher Direktor des Bezirkskrankenhauses Straubing) kommt zu einem anderen Urteil: “Er hat eine ausgeprägte homoerotische Pädophilie und eine schwere Persönlichkeitsstörung. Seine Steuerungsfähigkeit ist vermindert. Es besteht die erhebliche Gefahr von Wiederholungstaten”.

Doch Richter Iglhaut zieht die Kirche in die Verantwortung und stellt klar: “Es ist so, als stellte die Bank einen wegen Unterschlagung vorbestraften Mann als Kassier ein”.

Für das bekannte Opfer und die vielen unbekannten Fälle kommt die Einsicht zu spät.

Unbekannte Fälle von der Kripo ermittelt

Peter K. hat nach Aussage der ermittelnden Kriminaloberkommissarin Manuela Waltl, die Kinder sogar im Beichtstuhl sexuell belästigt:

  • “In einem Beichtgespräch hat er ein Kind gefragt, ob es schon einen Samenerguss oder einen Steifen gehabt hätte.”
  • Peter K. zeigte den Ministranten Aufklärungsbücher
  • Er fragte sie, ob sie schon onaniert hätten
  • Auf seinem PC betrachtete er Seiten mit pädophilen Inhalten (mit Ministranten?)

Vorwürfe gegen die Kirche

Der 2000 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in Viechtach verurteilte Pfarrer (einjährige Freiheitsstrafe und drei Jahre Bewährung), hat 2001 für die Kirche eine Ministrantenfahrt nach Rom begleitet. Bis zum Beginn des neuen Prozesses kam von der Kirche keinerlei Reaktion.

Das Gericht sah eine Mitverantwortung der Kirche “Die Tätigkeit in Riekofen hat den Pfarrer in eine Versuchungs-Situation geführt”. Bei der Bischofskonferenz in 2002 wurde in den neuen Leitlinien festgeschrieben “dem Täter keine Aufgaben mehr zu übertragen, die ihn mit Kindern in Versuchung bringen”. Dementsprechend hätte Peter K. auf 2004 nicht zum Pfarr-Administrator ernannt werden dürfen.

Die Bistumsleitung selbst sieht sich als “Opfer einer bundesweiten Diffamierung”.

Kommentar

Es ist eine Schande, wie in unserem Land und auch durch die Kirche mit solchen Vergewaltigungs-Fällen umgegangen wird!

Statt endlich Konsequenzen aus den ständigen Missbrauchs-Fällen zu ziehen, die Leitlinien konsequent umzusetzen und öffentlich dazu Stellung zu nehmen, wird das gemacht, was dem verstaubten Bild der Kirche am nähesten kommt: totgeschwiegen.

Bei uns kommt der Täterschutz vor dem Opferschutz und mit diesen Reaktion unterstützt die Kirche das Verhalten. Oder muss die Kirche selbst so viel Angst vor dem haben, was zum Vorschein kommt wenn der Vorhang tatsächlich gehoben wird? Sind die bekannt gewordenen Fälle nur die Spitze des Eisbergs in einem verwerflichen Klima innerhalb der Pfarr-Ausbildung?

Der arme Junge war 11 Jahre alt.

Er wurde 3 Jahre lang missbraucht.

Und der Täter kommt in psychiatrische Behandlung.

Ein Witz könnte man denken.

Nein – es ist die traurige Realität in Deutschland.

Das Opfer muss vor Gericht nochmals die ganze Situation durchleben. Der Junge hat sich vor Gericht geschämt. Das kommt häufig vor, wenn eine Vertrauensperson Kinder und Jugendliche missbraucht. “Der Täter kann nicht böse sein, er ist doch der Priester. Also muss ich etwas Schlechtes getan haben”. Hier tritt die sogenannte “Schuldverschiebung” ein: der Täter hat es geschafft die Kinder zu manipulieren.

Steckt den Mann in den Knast! Für mindestens 10 Jahre! Ohne Hafturlaub und psychiatrische Betreuung!

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