Ministerpräsident Bayern – Kandidaten
Bei den aktuellen Diskussionen um den Posten des “Ministerpräsidenten” in Bayern kann einem nur noch schlecht werden.
Der Gipfel ist nun, daß versucht wird die Oberpfälzer und die Franken gegeneinander aufzubringen – wenn einem die Argumente fehlen, fängt man einen Streit an!
Darum wollen wir hier mal die “tatsächlichen Qualifikationen für das Amt des Ministerpräsidenten” von den Kandidaten bringen!
Hier die Kandidaten mit einem “kurzen Lebenslauf” und einem “kleinen Parteibuch”:
- Host Seehofer (derzeit Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz)
- Erwin Huber (derzeit Staatsminister der Finanzen)
- Joachim Herrmann (derzeit Innenminister)
- Thomas Goppel (derzeit Wissenschaftsminister)
Horst Seehofer

Lebenslauf Kurzform Horst Seehofer
1970 besteht Horst Seehofer die Verwaltungsprüfung für den gehobenen Dienst (Diplom-Verwaltungswirt, FH) und arbeitet bis 1980 in den Landratsämtern Ingolstadt und Eichstätt, 1971 Eintritt in die CSU, 1979 macht er sein Verwaltungsdiplom an der VWA München. Von 1974 bis 1980 war er daneben Geschäftsführer des Planungsverbandes und Rettungszweckverbandes Region Ingolstadt.
1980 wird er als Abgeordneter für den Wahlkreis Ingolstadt in den Bundestag gewählt.
Hat Horst Seehofer bis dahin irgendwann mal wirklich wirtschaftlich “gearbeitet”?
Er war gemäß seinem Lebenslauf NIE in der freien Wirtschaft tätig, hat er bis dahin überhaupt mal einen “Brutto-Netto-Lohnzettel” in der Hand gehalten?
Von 1992 bis 1998 war Horst Seehofer dann unser Bundesminister für Gesundheit.
Kurzes “Parteibuch” von Horst Seehofer
Bekannt wurde Horst Seehofer vor allem wegen seiner damaligen Affäre, in der Wikipedia steht seine politische Laufbahn und wir haben uns das rausgeholt:
… In Umfragen vom Januar 2007 zu präferierten Stoiber-Nachfolgern lag Seehofer unter bayerischen Wählern weit vorn, insbesondere seit Bild Gerüchte über sein Privatleben veröffentlichte (aufgrund einer Affäre wurde er zum vierten Mal Vater) und dem Bekanntwerden von Geheimabsprachen zwischen Günther Beckstein und Erwin Huber, während Huber noch hinter Beckstein, Alois Glück, Gabriele Pauli und Joachim Herrmann zurückfiel. Auf dem Parteitag der CSU in München am 29. September 2007 unterlag er mit 39,1 % seinem Konkurrenten um den Parteivorsitz, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, der 58,19 % der Delegiertenstimmen erhielt vor der dritten Mitbewerberin, der Fürther Landrätin Gabriele Pauli, die 2,5 % erhielt.
Auf Vorschlag Hubers (!) wurde er daraufhin mit 91,81 % als stellvertretender Parteivorsitzender wiedergewählt.
Erwin Huber

Lebenslauf Kurzform Erwin Huber
Erwin Huber hat Volkswirtschaftslehre studiert und mit Diplom Volkswirt abgeschlossen. Danach war er in Ausbildung und Tätigkeit bei den Finanzämtern Dingolfing, Landshut und München.
1978 wurde er als Mitglied in den Bayerischen Landtag gewählt und so in etwa geht das mit den Posten dann auch weiter.
Darum stelle auch auch hier die gleiche Frage wie bei Horst Seehofer:
Hat Erwin Huber bis dahin irgendwann mal wirklich wirtschaftlich “gearbeitet”?
Zusammenfassend läßt sich also sagen, daß Erwin Huber ebenfalls KEINE besondere menschliche Qualifizierung für den hohen Posten der Leitung unseres schönen Bundeslandes hat (meine persönliche Meinung)!
Joachim Herrmann

Lebenslauf Kurzform Joachim Herrmann
In München ist Joachim Herrmann geboren, in Erlangen zur Schule gegangen, hat dann angefangen Jura zu studieren und Referendardienst, u.a. am Amtsgericht Erlangen, bei der Staatsanwaltschaft am Landgericht Nürnberg/Fürth, bei der Stadt Erlangen und beim Verwaltungsgericht Ansbach gemacht. 1984 hat er das Zweite Juristische Staatsexamen abgelegt.
Joachim Herrmann entscheidet sich für einen Berufseinstieg bei der Justiz, doch der damalige Staatssekretär Edmund Stoiber bietet ihm eine Tätigkeit in der Bayerischen Staatskanzlei an. Herrmann greift gerne zu und arbeitet ab 1. September 1984 im dortigen Referat für Wirtschafts- und Verkehrspolitik, zunächst als Regierungsrat, 1987 befördert zum Oberregierungsrat.
1988 wird Herrmann auf eigenen Wunsch in seine fränkische Heimat versetzt und übernimmt die Leitung der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Erlangen-Höchstadt.
Im März 1992 wechselt er in die Rechtsabteilung der Siemens AG am Standort Erlangen.
Völlig überraschend wird Herrmann im April 1997 vom damaligen CSU-Parteivorsitzenden Theo Waigel zum stellvertretenden Generalsekretär der CSU ernannt.
Nach seiner Wahl in den Bayerischen Landtag ist Joachim Herrmann nur noch in “Teilzeit” für die Siemens-Rechtsabteilung tätig, seit seiner Wahl zum Fraktionsvorsitzenden im Oktober 2003 ruht das Arbeitsverhältnis – wie schon 1997/99 während der Tätigkeit als stellv. Generalsekretär und Staatssekretär.
Interessant ist noch:
Als im September 1999 das Kabinett wegen des durch die LWS-Verluste bedingten Rücktritts von Justizminister Sauter umgebildet werden muss, folgt Joachim Herrmann den Bitten von Ministerpräsident Edmund Stoiber und Fraktionsvorsitzendem Alois Glück und wechselt auf die Position des stellvertretenden Vorsitzenden der CSU-Landtagsfraktion.
Der Rest ist auch schon eher das “Parteibuch von Joachim Herrmann“, denn es geht mehr mit Posten hier und Posten da politisch weiter.
Bis auf die paar Jahre bei der SIEMENS AG hat auch Joachim Herrmann nicht in der freien Wirtschaft seine Brötchen verdient.
Thomas Goppel
Lebenslauf Kurzform Thomas Goppel
Thomas Goppel ist “gebürtiger Unterfranke” und hat Lehramt studiert.
Nach vier Jahren im Schuldienst wurde er bereits in Oberbayern in den Landtag gewählt. Damals war Thomas Goppel jüngster Abgeordneter der CSU-Landtagsfraktion.
“Parteibuch” Thomas Goppel
- 8 Jahre Schulpolitik
- 4 Jahre jugendpolitischer Sprecher der CSU
- 4 Jahre Staatssekretär im Wissenschaftsministerium
- 4 Jahre Europaminister
- 4 Jahre Umweltminister
- 4 1/2 Jahre Generalsekretär der CSU
- 5 Jahre Wissenschaftsminister
Seit Oktober 2003 ist er im Wissenschaftsministerium für die bayerischen Hochschulen, die Forschung, die Künste und die Kulturpflege verantwortlich.
Soll man zu diesen Kandidaten noch weiter was sagen?

