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Joseph Goldschmidt

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Joseph Goldschmidt (1841 – 1896)

Das Industriezeitalter begann in Neumarkt erst 1882, untrennbar verbunden mit dem Namen Goldschmidt.

Joseph Goldschmidt, in Sulzbürg als Sohn eines jüdischen Kaufmanns geboren, eröffnete 1863 mit magistratischer Zustimmung in Neumarkt ein Geschäft für Eisenwaren. Nebenbei baute er eine kleine Kochherdfabrik auf, die bis zu 70 Arbeiter beschäftigte.

In die Rolle eines innovativen Fabrikanten aber drängte ihn sein Lehrbub Carl Marschütz:

Der war begeistert von englischen Fahrrädern, kratzte auch all seine Ersparnisse dafür zusammen. Dieser junger Sportfan und ebenso ein pfiffiger Mechaniker bestürmten ihren Meister, selbst solche Räder zu bauen. Und Goldschmidt stürzte sich in das finanzielle Risiko. Aber kein bloßer Montagebetrieb sollte es werden, nein, eine richtige Fahrradfabrik – die Express-Werke – die erste auf dem europäischen Kontinent.

Goldschmidt investiert in 1. Fahrradfabrik in Europa

An die 60 Maschinen wurden in der entstehenden Werkanlage installiert: Hobel-, Fräs- und Bohrmaschinen, Montierbänke und Drehbänke. Eine Vernikelungsanstalt und eine Lackiererei gehörten natürlich auch dazu.

Das nötige Know-how lieferte zunächst eine Handvoll englischer Facharbeiter, bis einheimische Gesellen überall die Arbeiten übernahmen. Die ersten Velozipede waren nicht billig, aber das Geschäft blühte, der Umsatz stieg, Radfahren wurde Modesport. Da die Modelle laufend verbessert wurden, interessieren sich bald auch Post und Militär für das neue Verkehrsmittel.

Die großen unternehmerischen Leistungen Goldschmidts stellte sich sein soziales Engagement ebenbürtig zur Seite. Davon profitierte besonders eine Belegschaft, die bis zum Tode des Firmenchefs 137 wuchs. Doch auch für seine Glaubensbrüder in der israelitischen Kultusgemeinde stand Goldschmidt jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.

Gerade 55 Jahre alt, starb der vorbildliche Unternehmer am 22. November 1896.

Er ruht auf dem jüdischen Friedhof zu Neumarkt.

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