Einsatz bei Hubschrauberabsturz
Der Großeinsatz bei einem Hubschrauberabsturz an der Burg Wolfstein waren eine Übung für verschiedene Rettungsteams aus dem ganzen Landkreis Neumarkt.
Ein Hubschrauber war abgestürzt, verbarrikadierte (simuliert) den Weg, Verletzte lagen auf dem Gelände verteilt oder “irrten unter Schock” umher.
THW räumt Weg nach Hubschrauberabsturz
Als erstes mußte der abgestürzte Hubschrauber schnellstens aus dem Weg geräumt werden, damit die nachfolgenden Einsatzkräfte überhaupt vorfahren konnten.
Hier das Video vom Großeinsatz des THW Neumarkt am Hubschrauber an der Burg Wolfstein:
Im speziellen ging es um die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte in einem Grossfall von Rettungsdiensten mit Notarzt, THW, Feuerwehr sowie den Rettungshunden.
Einsatz Hubschrauberabsturz
Start der Einsatzübung: Der Hubschrauber ist simuliert abgestürzt, der Notarzt über Rettungsruf verständigt worden.

Nach wenigen Minuten ist der Notarzt mit Blaulicht und Sirene eingetroffen und wendet sich sofort den Verletzten zu.

Wenige Minuten später trifft die Feuerwehr mit Sirenengeheul ein und sichert sofort den Unfallort – in solchen Fällen wird von “Brand- und Explosionsgefahr” ausgegangen, darum der Schutzanzug. Die Baumstämme stellen ein Hindernis am Einsatzort dar, durch dass die Rettungsfahrzeuge nicht zum Unfallort vordringen können. Das THW (Technische Hilfs-Werk) Neumarkt wird zur Unterstützung angefordert und räumt den Weg frei (Video vom THW-Einsatz). Die Mannschaft mit Geräten vom THW wäre im Ernstfall sogar dazu in der Lage Häuser niederzulegen, um den Weg freizuräumen.

Die Feuerwehr- und Rettungsleute bergen Verletzte aus dem abgestürzten Hubschrauber – die Arbeit geht Hand in Hand.

Der Einsatzleiter ist dabei ständig unterwegs zu den verschiedenen Stellen, dauernd über Funk verbunden mit den Einsatzleuten. Er überwacht die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen, koordiniert und protokolliert alle Vorgänge.
Bisher passierte alles innerhalb weniger als 10 Minuten.

Verstärkung kommt – die Mannschaft vom THW Neumarkt sowie weitere Sanitätskräfte treffen mit Sirenengeheul und Blaulicht am Unfallort ein. Bisher sind weniger als 15 Minuten seit dem simulierten Hubschrauberabsturz vergangen.

Der Pilot hat eine “Verletztenkarte” bekommen, auf der seine genauen Daten eingetragen sind. Das ist wichtig für die weitere Behandlung im Krankenwagen sowie den Transportweg und das Krankenhaus. Bei so einem Großeinsatz muss von enorm vielen Verletzten und Schwerverletzten ausgegangen werden – Organisation und Sicherheit werden großgeschrieben.

Mehr als 200 Zuschauer hatten sich an der “Unfallstelle” eingefunden, um dem Geschehen Live beiwohnen zu können und konnten alles aus nächster Nähe betrachten.

Der Notarzt und die Sanitäter behandeln die “Verletzten” selbstverständlich wie in Echt: die vollständige Ausrüstung wird ausgepackt und alles notwendige wird eingesetzt.

Die Presse ist so zahlreich vertreten, dass man teilweise keinen Blick auf die Verletzten und das Geschehen mehr hatte.

Die Staffel der Rettungshunde ist am Unfallort eingetroffen. Gruppenleiter Joachim Schmidt weist den einzelnen Suchtrupps die Gebiete zu. Bei einem so schlimmen Unfall muss davon ausgegangen werden, dass Verletzte sich im Schockzustand vom Unfallort entfernen und ohne Orientierung durch die nähere Umgebung irren. Die Suchhunde werden eingesetzt und sollen die evtl. auch verletzten Opfer aufspüren. Durch die ganze Aufregung und den Lärm eine perfekte Übung unter Echtumständen für die Rettungshunde.

Alle Einteilungen erfolgen in Absprache mit dem Einsatzleiter – er fasst alle Gruppierungen zusammen und koordiniert.

Wolfgang Kölbes von der Rettungshundestaffel Württemberger Ost. Im Interview nach dem Einsatz sagte er, er sei sehr zufrieden mit dem Einsatz und das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen hat sehr gut funktioniert. Auf dem Bild hat er gut lachen über das perfekte Zusammenspiel, im Ernstfall würde man ihn wohl kaum in so zu Gesicht bekommen.

Die verletzten Piloten konnten aus dem Hubschrauber geborgen werden und werden nun von den Sanitätern abtransportiert. Weil das Baumhindernis immer noch durch das THW beseitigt wird, müssen die Rettungsdienste die Verletzten zu den in Reihen wartenden Krankenwägen transportieren. Doch auch das THW arbeitet unter Hochdruck…

Blick in den Innenraum des extra aufgestellten “echt alten” Hubschraubers.

Sehr wichtig ist ein ständiger aktueller Datenaustausch:
Bild von links: Joachim Schmidt (Gruppenleiter der Rettungshundestaffel), Oliver Finsterer (Einsatzleiter Rettugsdienst), leitender Notarzt und Sanitäter.

Der Einsatz am Hubschrauber war erfolgreich beendet und im Burggraben wurden nun durch die Rettungshundestaffel “verletzte Personen” gefunden. Damit ging zur Überraschung der Einsatzkräfte nun hier im Burggraben die Einsatzübung unter Echtbedingungen weiter.

Um die Suchaktionen der Rettungshundestaffel für die Zuschauer interessanter zu machen, haben die Organisatoren sich entschlossen zwei Suchgebiete zu gestalten. Hier das Gebiet “Burggraben vom Wolfstein”, an dem sich sehr schnell viele Zuschauer eingefunden hatten. Das zweite Einsatzgebiet war der “Krähentisch-Felsen”.

Die Rettungshunde haben eine erste vermisste verletzte Person im Burggraben vom Wolfstein Neumarkt aufgespührt. Auch in Erste-Hilfe sind die Führer der Rettungshunde ausgebildet, was sie sogleich unter Beweis stellen durften.

“Höhenrettung” nennt sich die nächste Aufgabe für die Feuerwehr Neumarkt. Hier steigt ein Mitglied der Feuerwehr Neumarkt gerade über das Geländer zur Burg Wolfstein um sich in den Burggraben abzuseilen. Dort liegt die verletzte Person und soll für die Bergung durch die Feuerwehr Neumarkt vorbereitet werden.

Die Feuerwehr Neumarkt rückt mit schwerem Geschütz am Burggraben an. Hier bereitet das Team gerade den Drehkran vom Feuerwehrfahrzeug für die Bergung der verletzten Person vor. Der Drehkran hat eine Reichweite bis zu 30 Meter.

Die Sanitäter sind mit ihrem Wagen an der Burg angekommen, um die verletzte Person nach der Bergung durch die Feuerwehr sofort abtransportieren zu können.
Seit Einsatzbeginn ist nun insgesamt etwa 1 Stunde vergangen.
In dieser Zeit konnten nun die Piloten vollständig geborgen und erstversorgt werden, die Unfallstelle wurde geräumt, die Rettungshunde haben bereits die ersten verletzten (im Gebiet verstreuten) Personen aufgefunden und die Feuerwehr birgt mittels Höhenrettung die Person aus dem Burggraben. Was für eine Einsatzgeschwindigkeit!

Die Sanitäter haben ein Zelt zur Versorgung der Verletzten aufgebaut.

Ein “freiwillig geschminkter Verletzter”: die Junghelfer vom THW Neumarkt spielten die Verletzten. Insgesamt 8 Verletzte wurden geschminkt und stellten sich für die Suche sowie Rettung zur Verfügung.

Das Zelt der Sanitäter hat viele Zuschauer angelockt. Hier konnte live die weitere Versorgung der Verletzten verfolgt werden.
Interview mit dem Einsatzleiter Rettungsdienst – Oliver Finsterer
“Es war die Übung von der Rettungshundestaffel und wir haben gerne mitgeübt, da wir auch die Zusammenarbeit suchen. Wir werden in Zukunft zusammenarbeiten müssen und da ist es wichtig sich kennenzulernen. Wir hatten im Landkreis noch nichts vergleichbares und mussten die Rettungshunde bisher von weit weg anfordern. Wir sind froh, wenn wir die Hundestaffel jetzt bei uns haben. Gerade Suchaktionen bei Nacht sind für Leute ohne Hunde sehr schwierig.”
Interview mit dem Gruppenleiter der Rettungshundestaffel – Joachim Schmidt
“Die Neumarkter Bevölkerung kann echt stolz sein, auf ihre verschiedensten Rettungsorganisationen und deren Zusammenwirken. Wie engagiert die größeren Verbände mitgezogen haben, sowohl in der Vorbereitung, als auch heute Abend. Bei der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag wurde schon besprochen, daß die Zusammenarbeit intensiviert werden soll und soche Übungen öfter veranstaltet werden.”
Seit 2008 gibt es erst den Rettungshundezug Oberpfalz e.V. als eigenständigen Verein.
Interview mit Wolfgang Kölbes – Rettungshundestaffel Ost-Württemberger
“Wir sind sehr zufrieden mit dem Einsatz: keine besonderen Vorkommnisse, keine Abtrünnigen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Organisationen hat sehr gut funktioniert. Wir hatten verschiedene Rettungshundestaffeln aus dem In- und Ausland vor Ort.”
“Die Fläche ist oft zu groß, da sind wir froh, wenn wir mit den Nachbarstaffeln hier üben können.”
Interview mit Tobias Klesel – Gruppenführer vom THW
“Wir sind sehr zufrieden, alles war sehr gut durchorganisiert von Herrn Schmidt von der Rettungshundestaffel. Das Einsatzgeschehen war reibungslos und hat alles einwandfrei ineinander gegriffen. Die Teams haben sehr gut zusammengearbeitet. 8 Junghelfer vom THW waren die Verletztendarsteller. Als Mannschaft vom THW waren 10 Mann vor Ort. Der ganze Ortsverband sind momentan 45 aktive Helfer.”
“Durch unsere spezielle Einsatzgruppe “Beleuchtung” wird die Nacht zu Tag: wir könnten so eine Unfallstelle b bei Nacht mit 40.000 Watt ausleuchten. Bei Spezialeinsätzen könnten wir sogar große Gebiete ausleuchten.”
“Unsere 2 Bergungsgruppen sind geübt in Hindernisbeseitigung, Sanitätshilfe, Höhenrettung, Verkehrsabsicherung, Ausleuchten von Unfällen, Niederlegen von Gebäuden und noch mehr.”


One Trackback
[...] Lust hat sich die Schlüsselszenen der Übung anzusehen, der sollte das Blog der freien Journalistin Alexandra Lidner besuchen. Sie hat zahlreiche YouTube-Videos der Übung ins Internet [...]