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Bischof Mixa Gewalt und Veruntreuung nachgewiesen

Bei der unlängst stattfindenden Pressekonferenz im schrobenhausener Pfarrsaal stutze der seit kurzem im Auftrag der Katholischen Waisenhausstiftung Schrobenhausen eingesetzte Sonderermittler Knott über das große Aufgebot an Kamerateams und Mikrofonen.

Der Mißbrauchsfall des Stadtpfarrers Walter Mixa erregt wirklich alle Gemüter. Auch die dann in der Konferenz durch Knott vorgelegten neuen Belege haben Brisanz: Mixa hat laut diesen in der Vergangenheit gewalttätige Erziehungsmethoden angewandt.

Auch präsentiert Sonderermittler Knott Unterlagen bezüglich der Veruntreuung von Stiftungsgeldern durch den Pfarrer.

Kirche und Kinder

Erziehung mittels Ohrfeigen

Die körperliche Gewalt gegen Heimkinder werden durch zwei Berichten belegt, die Ermittler Knott erhalten hat:

  • ein Mann erzählt über das Einfangen einer Ohrfeige von Mixa
  • ein anderes Opfer schildert, dass es, nachdem es im Alter von 16 Jahren aus dem Heim geflüchtet ist und anschließend von der Polizei zurückgebracht wurde, von Walter Mixa als Strafe “mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen” wurde – er versicherte diese Aussage sogar an Eides statt

Viele damalige Heimkinder gaben Sonderermittler Knott bekannt, dass die Schwestern gerade den besonders auffälligen Heimkindern mit Aussagen wie: “Warte nur, bis Mixa kommt …” drohten.

Folgten die Kinder nicht dem Gehorsam, wurden sie von Mixa zu einem sogenannten “Erziehungsgespräch” in einem speparaten Raum geführt.

Erziehungsgespräche von Mixa

Wie dieses ”Erziehungsgespräch” ablief,  gaben bisher 7 ehemalige Heimkinder bekannt:

Sie wurden unter vier Augen in einem gesonderten Raum von Mixa – erschreckenderweise teils sogar mit einem Teppichklopfer – windelweich geprügelt.

Walter Mixa stritt diese Vorwürfe bis vergangenen Freitag ab.

Jede köperliche Gewalt habe nicht stattgefunden. Schließlich darf ein Priester keine Gewalt ausüben, er habe sich daran gehalten und somit ein reines Herz.

Inzwischen erklärt Mixa, dass “eine Watschn” vor 20 bzw. 30 Jahren  schließlich vollkommen normal gewesen sei und dies auch alle Kinder und Schüler wußten. Das bereits damals gültige Züchtigungsverbot erwähnt Mixa dabei aber nicht.

Veruntreuung von Stiftungsgeldern

Weiterhin unbedingt erwähnenswert ist die zweckwidrige Verwendung von Stiftungsgeldern durch Walter Mixa.

Auch hierfür legen Sonderermittler Knott reihenweise Belege vor.

Viele Leute sind entsetzt, dass Mixa großzügige Stiftungsgelder für Dinge ausgab, die absolut außerhalb des eigentlichen Stiftungszweckes liegen:

  • einen Bischofsring  im Wert von 3.854,34 DM
  • teure Möbel für Mixas Pfarramt  im Wert von 21.000 DM
  • Geschenke für Neupriester im Wert von 8.000 DM
  • außerdem Überweisungen in Höhe von 15.000 DM sowie 40.000 DM getätigt, die eindeutig Mixas Unterzeichnung enthalten und als Verwendungszweck “Unbekannt” haben

Rücktritt von Walter Mixa

Ein Gespräch über all die Vorwürfe verweigerte der Bischof, auch einem Treffen mit Sonderermittler Knott kam er nicht entgegen.

Im Kreis des Augsburger Bistums wird mittlerweile ein Rücktritt des Bischofs Walter Mixas nicht mehr ausgeschlossen.

Ein Priesterratsmitglied meinte sogar: “Dieser Bischof ist nicht mehr zu halten!”. Momentan fragt eigentlich keiner mehr, “ob der Bischof geht, sondern wann er geht”. Jeder wartet auf die endgültige Entscheidung. Schließlich ruft dies im Bistum auch einen massiven Vertrauensverlust bei Kirchensteuerzahlern und Spendern hervor.

Die Grünen-Abgeordnete Ulrike Grote fordert eine sofortige Lohneinstellung für Bischof Mixa, denn dieser erhält immerhin – laut ARD-Magazin Panorama – 7.900 Euro im Monat.

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